Foodporn auf Instagram

Fotos von Essen machen einen großen Teil der Instagram-Bilder aus.

Bilder von Essen und Getränken werden auf Instagram häufig gepostet. Egal, wo man gerade ist und ißt, das Smartphone ist schnell gezückt und ein Foto vom Essen, das gerade vor einem steht ist noch schneller in den sozialen Medien. Solche Fotos sind äußerst beliebt, vor allem bei denjenigen, die diese Fotos hochladen.

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Neben diesen Schnappschüssen vom Kantinenessen oder dem spontanen Lunch in der Mittagspause gibt es eine weitere Sorte von Essensfotos. Das sind die Abbildungen vom kunstvoll angerichteten Essen. Hobbyköche geben sich dafür weltweit richtig Mühe, ihre Kreationen ins rechte Licht zu rücken. Dabei kommen durchaus sehenswerte Fotos zustande, die dem Betrachter das Wasser förmlich im Mund zusammen laufen läßt.

Foodporn

Doch so schön solche Fotos in der Regel auch anzusehen sind, nehmen sie in letzter Zeit Überhand. Und das sowohl, was die schiere Menge anbetrifft, als auch was die Obsession mit der die Fotos arrangiert werden. Man kann den Fotografen sicherlich eine starke innere Erregung attestieren, solche perfekten Fotos von Essen immer und immer wieder zu erstellen und in die Netze zu posten. Die Bezeichnung Foodporn ist in diesem Zusammenhang sicherlich nicht übertrieben. Statt nackter Tatsachen geht es dabei jedoch um Lebensmittel.

IKEA

Der schwedische Möbelkonzern nutzt diesen Trend, um auf sich aufmerksam zu machen. Typisches Guerilla-Marketing eben, doch die Aktion ist trotzdem ganz witzig, wie das folgende Video beweist:

Quelle: YouTube

Die Macher IKEA haben sich daran erinnert, daß solch eine vergleichbare Foodporn Obseesion schon einmal in der Geschichte der Menschheit gab. Im Barock und im Rokoko wußten die schmarotzenden Adligen oftmals nichts mit ihrer vielen Freizeit anzufangen. Überbordende rüschenverzierte Kleidung, hörte deshalb zu ihrem Alltag, obwohl sie sonst mit dem Thema Körperpflege eher auf dem Kriegsfuß standen. Der Rokoko stank förmlich zum Himmel, was mit zahlreichen Duftwässerchen unterdrückt werden sollte.

Ihrem Appetit konnte das alles kein Abbruch tun. Opulente Feste und Gelage gehörten fest zum gesellschaftlichen Leben. Dabei wurde hemmungslos geschlemmt und gefressen, egal wie es dem Volk gleichzeitig erging. Der Satz „Sollen sie doch Kuchen essen, wenn sie kein Brot haben“, der Frankreichs König Marie Antoinette nachgesagt wird, ist dafür der asoziale Beweis.

Doch die Adligen kannten kein schlechtes Gewissen, mehr noch war ihnen daran gelegen, daß auch für die Nachwelt Erinnerungen an ihre üppigen Gelage erhalten bleiben. Die Fotografie gab es damals noch nicht, deshalb wurde eigens dafür berühmte Maler engagiert, die übergroße Stilleben von den Feiern anfertigen sollten. Natürlich wurden auch auf den dabei entstandenen Gemälden das Essen in den schillerndsten Farben dargestellt. Ganz so wie heute auf den Instagram Fotos. Foodporn ist also viel älter als bisher angenommen.

IKEA ist jedoch der Meinung, daß man sein Essen viel lieber einfach genießen sollte, statt es übermäßig in Szene zu setzen, um damit Likes zu sammeln. „Es ist Essen, kein Wettbewerb“ ist die zentrale Botschaft.

Wir auf Instagram

Da haben die Macher von IKEA sicherlich recht. Nicht, daß das schöne Essen vor lauter Knipsen noch kalt wird.

Auch wir von Bilderrampe.de sind auf Instagram vertreten. Foodporn wirst du in unserem Account allerdings nicht finden.

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