Das richtige Objektiv für die richtige Situation

Wer gerne den Moment festhält, wird sicherlich sein Smartphone nutzen, wer aber ein bisschen mehr Anspruch an seine Bilder hat, der wird eine Spiegelreflex- oder Systemkamera benutzen. Beide Formate eigenen sich wesentlich besser für die hobby- oder semiprofessionelle Fotografie als es jedes Smartphone jemals könnte. Zugegeben die Kameras der Spitzenmodelle von Samsung oder Apple haben mittlerweile beneidenswert gute Kameras und mit der eingebauten HDR Funktion einiges an Leistung, das man mit einer Spiegelreflex Kamera erst einmal erreichen muss. Preislich liegt die Fotografie mit der Spiegelreflex auch weitaus höher als sie es mit dem Smartphone jemals könnte. Wer aber einmal eine Spiegelreflex ausprobiert hat, selbst mit einem mitgelieferten Kit-Objektiv, der wird so schnell nichts anderes mehr verwenden wollen.

Auf das Objektiv kommt es an

Die Objektive sind es aber am Ende des Tages, von dem eine Spiegelreflexkamera lebt. Die Wahl des richtigen Objektivs ist wichtig für das Endergebnis eines Bildes, egal wie gut man vielleicht mit Photoshop umgehen kann. Hat man zum Beispiel eine dunkle Szene, die sich nicht bewegt, wie zum Beispiel in der Nacht und im Freien, dann eignet sich die Langzeitbelichtungsfunktion der Kamera in Kombination mit nahezu jedem Objektiv. Will man aber dunkle Szenen mit schnellen Bewegungen und blitzenden Lichtern, einfangen, wie zum Beispiel eine Werbetafel, eine Szene im Straßenverkehr oder im Spielcasino dann ist die Langzeitbelichtung gänzlich ungeeignet, es sei denn man will bewusst alle blinkenden Lichter eines Spielautomaten gleichzeitig einfangen, die Menschen als verlaufende Schatten ihrer selbst darstellen und die Rollen eines solchen Automaten verschwimmen lassen. Kurzum es gäbe ein schlechtes, verschwommenes Bild. Wenn man nicht gerade casinos online spielen will und mit einem Tastendruck einen Screenshot erstellt, sondern ernsthaft solche Szenen fotografieren will, dann greift man besser auf ein Objektiv mit geringer Blendenzahl zurück. Sicherlich, die kosten deutlich mehr als ein herkömmliches, aber der Unterschied ist beeindruckend.

Verschiedene Objektive | Foto: geralt, pixabay.com, CC0 Creative Commons

Verschiedene Objektive | Foto: geralt, pixabay.com, CC0 Creative Commons

Zoom & Blendenzahl

Will man aber andersherum ein Objektiv aussuchen, um ein schönes Portrait zu schießen, dann sollte man das passende für die passende Lichtstimmung wählen, also in dunkleren Räumen eher eines mit geringer Blendenzahl, im Hellen ruhig ein günstigeres. Was aber hier immer der Fall sein sollte, ist ein leichter Zoom, um einen weicheren Hintergrund zu zaubern. Ideal wäre ein 75mm oder 85mm Objektiv, damit wird euer Portrait sicherlich ein großer Erfolg werden.

Bedenken sollte man immer das mit größerem Zoom auch die Blendenzahl deutlich ansteigt. Sprich die Zeit für eine erfolgreiche und ausreichende Beleuchtung steigt mit steigendem Zoom ebenfalls an. Deshalb ist es kaum ratsam, ein Portraitfoto mit einem 200mm Zoom zu machen. Qualitativ tun machen die großen Hersteller wie Sigma, Nikon, Canon oder Tamron für den Hobbyfotografen keinerlei Unterschied. Der Profi wird an dieser Stelle vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und lieber zu den Profiserien der jeweiligen Hersteller raten, aber für den „normalen Nutzer“ sollten es die klassischen Varianten auch tun.

Wie man sieht, ist es also nicht unwichtig welches Objektiv man wählt. Je nachdem welche Szene man fotografieren möchte, braucht man also entsprechende Objektive. Da kann schon gut und gerne ein kleines Vermögen zusammenkommen, wenn man für Alles und jede Situation das richtige Objektiv haben möchte. Wenn ihr nicht genau wisst, wo ihr anfangen sollt, dann lasst euch doch am besten in einem der wenigen noch existierenden Fotofachgeschäfte beraten, was am besten zu eurem Budget und euren Anforderungen passt.

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