Apple sperrt 500px-App wegen Nacktheit

Die iOS-App wurde von Apple wegen angeblicher Pornografie aus dem App-Store gelöscht.

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Die Amis sind prüde, das weiß man. Darüber kann man lächeln oder den Kopf schütteln. Doch oftmals schießen sie mit ihrer Angst vor allem Nackten über das Ziel hinaus und entwickeln hysterische Züge. So scheint es in den USA fast weniger schlimm zu sein, eine Bank zu überfallen als nackt im eigenen Garten die Sonne zu genießen.

Auch Computergigant Apple macht da keine Ausnahme. Das Magazin „stern“ bekam das schon am eigenen Leib zu spüren, als Apple ohne Vorwarnung die stern App wegen eines Fotos löschte. Auf dem besagten Foto war die italienische Politikerin Ilona Staller, Künstlername Cicciolina, mit entblößten Brüsten zu sehen. Von „unangemessenen“ Bildern oder gar Pornografie konnte also nicht die Rede sein. Doch was pornografisch ist, bestimmt allein Apple. So etwas kann man auch Zensur nennen.

Nun hat es die Fotoseite 500px getroffen. Auf 500px kann man ähnlich wie bei anderen Anbietern (z.B. flickr oder Tumblr) seine Fotos hochladen und als Collage anzeigen lassen. Fotografen können so ihre Werke präsentieren und potentielle Kunden können die gewünschten Motive betrachten. Die integrierte Suchfunktion nach Schlagworten macht es Interessenten sehr einfach, entsprechende Fotos auch zu finden.

Homepage 500px

Homepage 500px

Und genau diese Suchfunktion ist Apple ein Dorn im Auge. Laut Apple ist es über die Suche möglich, sich Aktfotos anzeigen zu lassen. Ach, was. Sag bloß.
500px wird durch diese Suchfunktion in den Augen von Apple zum Pornoanbieter. Aua.

Daß es mit jedem Browser möglich ist, nach entsprechenden Fotos, die dann auch wirklich pornografisch sein können, zu suchen, scheint Apple noch nicht klar geworden zu sein. Auch der Apple Browser Safari kann das. Den müßte Apple dann konsequenterweise auch sperren und aus dem App-Store löschen. Aber Apple bestimmt ja selbst und ganz allein, wer böse ist und wer nicht.

Auch die Tatsache, daß die Anzeige von Aktfotos im Browser und in der App standardmäßig deaktiviert ist (man sieht statt des Bildes nur den Hinweis „Adult content“) und man die Klaransicht erst händisch aktivieren muß, stört Apple nicht. Ebensowenig die Tatsache, daß in den Geschäftsbedingungen die Veröffentlichung von pornografischen Inhalten untersagt wird. Selbst von den 500px-Machern zugesagte Änderungen konnten Apple nicht stoppen. Die App wurde gelöscht. Bloß nicht die eigenen Entscheidungen überdenken. Das könnte ja als Schwäche ausgelegt werden.

Apple bleibt sich mit dieser Posse mal wieder treu -allerdings im negativen Sinn- und gräbt sich damit langfristig selbst das Wasser ab. Denn selektive Verbote und ein Gebaren, das man mit Zensur treffend beschreiben kann, lassen das Anbieten von Apps zu einer Art Lotterie werden. Anbieter, die auf ihre Apps und deren permanente Verfügbarkeit zwingend angewiesen sind, sollten Apple und den App-Store daher tunlichst meiden. Da die meisten Smartphones heutzutage sowieso mit dem Android-Betriebssystem und nicht Apples iOS laufen, dürfte das aber kein allzu großes Hindernis darstellen.

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Typisch Apple, manchmal fragt man sich echt was die Menschen da oben denken… aber ist ja nicht das erste mal das die so fragliche Aktionen bringen.
    Da bleibe ich lieber bei meinem Android 🙂

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