Japan-Katastrophe zieht weite Kreise

Kamerahersteller Nikon muß wegen Teilemangel zwei Produkte vom Markt nehmen.

Das Erdbeben in Japan von Anfang März 2001, der dadurch ausgelöste Tsunami und deren dramatische Folgen hatten und haben selbstredend massiven Einfluß auf die japanische Wirtschaft. Die Produktion ist in den von der Naturkatastrophe betroffenen Gebieten praktisch zum Stillstand gekommen.
Diese Auswirkungen wird die gesamte Welt zu spüren bekommen. Vorallem Kunden der Elektro-, Computer- und Unterhaltungsindustrie werden deshalb in den nächsten Monaten mit Lieferengpässen konfrontiert werden.

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Nikon, japanischer Hersteller von Digitalkameras und Objektiven, sieht sich nun sogar gezwungen, zwei Produkte vom Markt zunehmen. Betroffen sind die Digi-Kameras Coolpix S4100 und Coolpix S6100. Grund dafür sind Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Bauteilen für diese Kameratypen.
Vorerst ist nur der asiatische Markt vom Verkaufsstop betroffen. Ob der Verkauf irgendwann wieder aufgenommen wird oder in Zukunft auch anderen Märkte betroffen sein werden, dazu kann Nikon zur Zeit noch keine Aussagen machen.
In Deutschland sollen die Coolpix S4000* und die Coolpix S6100 auch weiterhin verfügbar sein. Doch die Coolpix S6100 ist auch hierzulande nicht mehr zu bekommen. Die deutsche Nikon-Homepage listet diesen Typ schon gar nicht mehr auf.

Nikon ist bisher einzige Hersteller, der wegen des Erdbebens ein Produkt vom Markt nehmen muß. Doch die schelchte Liefersituation wird über kurz oder lang wohl alle Hersteller treffen. Das Magazin photoscala hat die Situation der japanischen Fotoindustrie nach der Naturkatastrophe einmal näher beleuchtet. Demnach sind alle Hersteller, wie EPSON, Fuji, Olympus, Canon, Casio, Pentax, Sigma, Sony oder Tamron, mehr oder weniger stark betroffen. Die einen haben ganze Werke durch das Erdbeben und den anschließenden Tsunami verloren und andere leiden „nur“ unter den allgemeinen Auswirkungen, wie Stromausfälle und zerstörte Infrastruktur, die eine vernetzte Fertigung praktisch unmöglich machen oder zumindest massiv behindern. Das Ergebnis ist für alle gleich: Die Lieferfähigkeit der benötigten Teile und damit die Lieferfähigkeit der kompletten Kameras  verschlechtert sich. Ob und zu welchen Kosten nichtjapanische Werke diese Lücken ausgleichen können, bleibt abzuwarten.

Quellen: golem, photoscala

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