Skandal: Bundesregierung will alle Digi-Fotos zentral speichern

UPDATE: Die Geschichte war natürlich nur ein Aprilscherz. Die entstehenden Datenmengen wären wohl auch den Überwachungsfetischisten von der Union zu viel.

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Die anderen aufgezählten Dinge, wie ELENA, SWIFT und Vorratsdatenspeicherung sind leider kein Scherz. Der Kampf gegen diese Überwachungsmechanismen ist aktueller denn je.

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Laut einem Gesetzentwurf der schwarz-gelben Bundesregierung sollen zuküftig alle Digitalfotos zentral und permanent gespeichert werden.

Begründet wird dieser Vorstoß mit der Terrorbekämpfung.

Man ist ja schon einiges gewohnt von dieser Bundesregierung in Sachen Datenspeicherung, so z.B.:

  • Vorratsdatenspeicherung (Speicherung aller Telefon-, Fax-, E-Mail- und Internetverbindungen aller Bürger für 6 Monate), zur Zeit auf Eis gelegt
  • ELENA (Speicherung persönlichster Daten aller Arbeitnehmer)
  • vermehrte Installationen von Überwachungskameras im öffentlichen Raum
  • SWIFT (Speicherung aller Kontobewegungen in Europa und Preisgabe der Daten an die USA)

um nur einige der Maßnahmen zu nennen, die nach dem 11. September 2001 ergriffen wurden. Meistens begründet mit dem Kampf gegen den internationalen Terror.
Ob diese Maßnahmen sinnvoll sind und zum gewünschten Erfolg führen, darf stark bezweifelt werden.

Doch nun setzt die Bundesregierung noch einen drauf: Zukünftig sollen alle digitalen Fotos zentral und dauerhaft gespeichert werden. Wer immer seine digitalen Fotos bei einem der großen Fotodienstleister (auch Fotofinisher genannt) entwickeln läßt, muß dann damit rechnen, daß seine Fotos nach dem Entwickeln nicht gelöscht sondern dauerhaft zentral gespeichert werden.

Für die Speicherung verantwortlich sind -wie bei der Vorratsdatenspeicherung die Internetprovider- die Fotodienstleister. Bekannteste Vertreter sind Cewe Color und Fujicolor. Die Fotodienstleister sind dafür zuständig die Fotos zu speichern, archivieren und indexieren. Wann immer ein Gericht Zugriff auf ein bestimmtes Foto oder eine Bilderreihe braucht, müssen die Fotodienstleister dafür sorgen, daß dies in sehr kurzer Zeit möglich ist.
Aus diesen Bildserien kann man dann leicht ermitteln, wo sich der Beschuldigte zur fraglichen Zeit aufgehalten hat und mit wem. Ein Paradies für Ermittler.

Die Investitionen in die benötigte Speicherinfrastruktur werden gigantisch sein. Die Fotodienstleister werden riesige Serverfarmen mit den entsprechend großen Speichermedien anschaffen und unterhalten müssen.

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Die notwendigen finanziellen Lasten sollen nach bisherigem Stand der Gesetzgebung die Fotodienstleister allein tragen. Doch dagegen regt sich massiver Widerstand. Und es deutet sich an, daß die CDU auch bei diesem Thema innerhalb weniger Tage das glatte Gegenteil von dem vertreten wird, was sie noch kurz vorher als der Weisheit letzter Schluß verkauft hat, wie auch bei der Atomkraft.
ExCDU-Generalsekretär Peter Hintze, zur Zeit parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister, regte an, das ernsthaft(!) geplante Mondprogramm der CDU dafür zu nutzen, die Server und damit die Fotodaten auf den Mond auszulagern. Da gehört diese Idee auch dringend hin.

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