Kindergesichter gegen Drohnen

Riesige Bilder von Kindergesichtern sollen Pakistan vor Drohnenangriffen schützen.

Bilder haben eine große Macht. Das wird immer mehr klar, gerade in der Mediengesellschaft der heutigen Zeit. Das klingt zwar ziemlich platt, hat aber einen wahren, nicht wegzudiskutierenden Kern.

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Und diese Macht steigt sogar weiter an, weil viele Menschen von der Welle an Informationen, die täglich über sie schwappt, schlichtweg erschlagen sind. Deshalb werden immer weniger die Texte einer Meldung gelesen und das Hauptaugenmerk ganz klar auf die Bilder verlagert. Fotos und Videos spielen in der Berichterstattung und der Meinungsbildung deshalb eine Hauptrolle.

Doch wo Macht ist, wird diese auch mißbraucht. Gerade in der immer noch andauernden Ukraine-Krise wurde das auf erschreckende Weise sichtbar. Hier wurden und werden Bilder von beiden Seiten ganz gezielt zur Propaganda eingesetzt. Leider auch verfälschte Bilder, oder alte oder Bilder aus ganz anderen Regionen und Konflikten.
Dagegen sind auch die öffentlich-rechtlichen „Qualitätsmedien“ ARD und ZDF nicht gefeit. So wurden auch in der Tagesschau falsche bzw. schlecht recherchierte Meldungen und auch Bilder verbreitet. Das ist die schlechte Seite der Medaille.

Schutz vor US-Drohnen

Pakistanische Künstler wollen dagegen die positive Macht von Bildern für sich nutzen.

Seit Jahren fliegen die USA in Pakistan, im Jemen oder in Afghanistan komplett völkerrechtswidrig Angriffe mit ferngesteuerten Drohnen. Ziel der Angriffe ist das Töten von Personen, die in den USA auf schwarzen Listen stehen. Recht und Gesetz oder gar Menschenrechte sind den USA wie in vielen so auch in diesem Fall völlig egal. Wer Feind ist, bestimmen die USA noch immer selbst. Und derjenige wird zum Abschuß freigegeben.

Daß es bei diesen Drohnen-Angriffen immer wieder auch zu sogenannten Kollateralschäden kommt, ist allgemein bekannt. Daß dabei auch immer wieder Kinder getötet werden, schon weniger. Doch die Zahlen sind klar und erschreckend. Nach Angaben von Amnesty International sind in Pakistan seit 2004 etwa 900 Menschen bei Angriffen mit ferngesteuerten Drohnen getötet worden. Darunter befanden sich 330 Kinder.
Diese völlig unschuldigen 330 Kinder wurden aus irgendeinem Camp der US-Armee, das sich irgendwo auf dieser Welt, vielleicht sogar in Deutschland befindet, einfach per Knopfdruck getötet.

Das soll sich ändern. Eine Künstlergruppe hat riesige Plakate mit Gesichtern von Kindern anfertigen lassen und diese auf Feldern in der Region Khyber-Pakhtunkhwa im Nordwesten Pakistans ausgelegt. In diesem Gebiet kam es immer wieder zu Angriffen durch US-Drohnen aus der Luft.

Die Gesichter der Kinder auf den Plakaten sollen die US-Soldaten zum Nachdenken anregen, bevor sie von irgendeiner gut geheizten Kommandozentrale aus per Joystick Tod und Verderben über die Menschen bringen. Die Künstler wollen damit zeigen, daß die getöteten Menschen und vor allem die Kinder keine „Bug Splat“ (zerquetschte Insekten) sind.

NotABugSplat.com

NotABugSplat.com

Als „Bug Splat“ bezeichnen US-Piloten zynisch und menschenverachtend ihre Opfer, wenn diese auf ihren Bildschirmen auftauchen. Aber es sind eben keine kleinen Pixel auf der Oberfläche eines Computerspiels, auf die geschossen wird, sondern lebende Menschen.

Mit der Aktion #NotABugSplat wollen die Künstler versuchen, an das Gewissen der handelnden Soldaten zu appellieren und so den Terror aus der Luft, der von den USA ausgeht, eindämmen. Man kann nur hoffen, daß sie damit Erfolg haben werden.

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