Wie Farben uns verändern

Ein Foto in Schwarz weiß wirkt auf die meisten Menschen ein wenig nostalgisch und puristisch. Bilder mit grünen Wiesen wirken beruhigend und dunkle Bilder lösen oftmals Unwohlsein sein. Sowohl die Industrie als auch die Werbung und die gesamte Unterhaltungsbranche haben längst gelernt, dass Farben eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen. Und wie die Psychologie der Farben auf uns wirkt, haben wir uns einmal näher angeschaut.

Der Mensch selbst ist in der Regel ein sehr intelligentes Wesen. Selbst die unter uns, die wir gelinde gesagt als dämlich oder dumm bezeichnen würden, besitzen ein Organ, das unheimlich leistungsfähig ist, das Gehirn. Das Gehirn bringt eine beeindruckende Leistung, die weit über der Leistung eines jeden Supercomputers liegt. Es ist in der Lage nahezu in Echtzeit Bilder zu analysieren, Strukturen, Farben und ist in der Lage diese Dinge nicht nur in Relation zu bereits gespeicherten Daten zu setzen, sondern auch selektiv auszuwerten und Voraussagen zu treffen. Sehen wir im Dunkeln zum Beispiel zwei eckige Lichter auf uns zurasen, dann stellt unser Gehirn fest, dass wir uns auf einer Straße befinden, die beiden eckigen Lichter zu einem Auto gehören, je nach Form vielleicht sogar von welchem Modell. Es bemerkt im Sekundenbruchteil, dass die Lichter sich schnell bewegen, sich nähern und sieht voraus, dass der Wagen uns überfahren wird. Aktiviert die Energiezufuhr zu den Muskeln, beschleunigt den Herzschlag, um die Leistungsfähigkeit unter Last zu erhöhen bzw. zu halten und so weiter. Aber nicht nur in solchen Extremsituationen arbeitet unser Gehirn auf Hochtouren, ohne dass wir etwas davon mitbekommen.

Psychologie der Farben | Foto: ivanovgood, pixabay.com, CC0 Creative Commons

Psychologie der Farben | Foto: ivanovgood, pixabay.com, CC0 Creative Commons

Ständig vergleicht der menschliche Geist Farben, Formen, Muster, um unsere Umwelt wahrzunehmen. Gerade Farben haben hier einen sogar teilweise anerzogenen Effekt auf uns. Eine weite Wiese sorgt für Sicherheit, wir können Gefahren von weitem schon sehen und nichts kann uns so schnell überraschen. Das sorgt für Ruhe und eine Wiese ist nun einmal hauptsächlich Grün. Die Nacht, die Dunkelheit sorgt für Unbehagen, dunkle Farben wie Schwarz in Kombination mit grau, sorgen deshalb für ein primäres Unwohlsein. Eine Schwarz weiß Fotografie hingegen lebt hauptsächlich von Grau und weiß, es ist weniger schwarz enthalten als man denken sollte, zumindest wenn man schwarz als reines schwarz nach der Farbenlehre betrachtet, das meiste sind hellere und dunklere Grau Schattierungen.

Da der menschliche Vergleichssinn erst aber einmal Probleme damit hat, ohne Farben klar zu kommen, werden wir nachdenklicher, brauchen länger und wir werden beruhigt, weil sich unsere Aufmerksamkeit anderswo konzentriert. Genauso ist es mit Farben wie Rot, zurückzuführen auf Blut, Gefahr eine gewisse aggressive Grundhaltung fördert.

Interessant wäre es in diesem Zusammenhang, einmal Menschen an andere Farbcodierungen zu gewöhnen. Es wäre durchaus interessant zu beobachten, wie extrem sich Menschen verändern würden, wenn sie zum Beispiel damit aufgezogen würden, dass ihr Blut Grün aussieht und ihre Wiesen Rot. Das würde sicherlich für massive Verwirrung in der Bevölkerung sorgen. So wirkt sich die Farbe aber auch auf jeden Organismus aus, nicht nur auf den Menschen. Die psychologische Wirkung von Farben ist enorm. Ein Grund warum Krankenhäuser in der Regel weiß sind, was Hygiene und Sterilität transportiert, zusätzlich aber auch vieles in Grün und grünhaltigen Blautöne gehalten ist, weil Grün nun einmal beruhigend wirkt.