Warum Fotografen einen Vlog machen sollten

Früher war es so einfach als Fotograf selbständig zu sein. Man machte eine Lehre, seinen Meisterbrief und gründete danach sein Fotostudio. Anschließend konnte man davon unbeschwert Leben. Doch 2018 gehört einiges Mehr dazu. Social Media ist Standard geworden und Videos haben mittlerweile einen größeren Stellenwert eingenommen als Fotos. Wie Du das als Fotograf zu seinem Vorteil nutzen kannst, erkläre ich dir hier.

Die stetige Entwertung von Fotos

Durch die massiv Verbreitung der Digitalen Fotografie hat sich in den letzten zehn Jahren ein Bildflut ergeben, die dank der Smartphones mit integrierter Kamera weiter zugenommen hat.

Laut Statista wurden 2013 weltweit 660 Milliarden Fotos aufgenommen. Nur vier Jahre später, also 2017, hat sich die Zahl auf 1.200 Milliarden fast verdoppelt. Auch wenn 85% dieser Fotos mit dem Smartphone aufgenommen wurden, drückt das den Beruf des Fotografen enorm in Richtung Bedeutungslosigkeit.

Dabei ist es nach wie vor klar. Gute Fotos werden immer gebraucht. Seien es Babyfotos, Bewerbungsfotos, Mitarbeiterportraits oder Werbefotos für groß angelegt Kampagnen.  Doch wie soll man durch diese Flut an Fotos mit seinen eigenen herausstechen? Klare Antwort. Durch Videos!

Warum Videos im Trend sind

Irgendwann ist man als Fotograf an dem Punkt angelangt, dass man technisch und gestalterisch nahezu perfekte Fotos aufnehmen kann. Die Organisation eines Fotoshootings, die Konzeptionelle Arbeit vorher und das Bürokratische hinterher sind mehr oder weniger schnell erlernt.

Wenn man diesen Punkt erlangt hat, dann zählen nur zwei Dinge.

  1. Wen kennst Du?
  2. Wer kennt dich?

Wenn Du nicht der größte Netzwerker bist und eher der introvertierte Produktfotograf, dann könnte sich das für dich schon als Problem herausstellen. Doch wie soll man denn auf sich aufmerksam machen, wenn man nicht so gut mit Menschen kann?

Videos sind eine gute Möglichkeit dafür. Man kann sie überall und allein aufnehmen. Schneiden und ins Internet stellen. Sei es auf Youtube, Vimeo oder Instagram. Es ist das neue Netzwerken ohne direkten Kontakt mit anderen Menschen zu haben.

Eine weitere Statistik von Statista zeigt folgendes:

In Deutschland nutzen aktuell rund 72 Prozent der Internetnutzer mindestens selten Onlinevideos. Besonders beliebt sind Musikvideos ei den Onlinevideo-Nutzern. Das Datenvolumen des Traffics von Internetvideos über PCs soll sich im Jahr 2021 auf 116.905 Petabytes pro Monat belaufen.

Was früher Fotos waren, sind heute die Videos.

Vloggen für Fotografen

Vloggen für Fotografen

Vloggen als Lösung

Ich möchte dir eine kleine Geschichte aus meinem Leben erzählen. Mit meinen 65 Abonnenten bei Youtube habe ich einen Kunden gewonnen, der mir für Fotos 3000 € gezahlt hat.

Wir sind Ende 2017 rein zufällig ins Gespräch gekommen und ich habe ihm meine Visitenkarte gegeben. Das Vloggen machte ich damals als Hobby der Selbständigkeit. Auf meinem kleinen Fotografie Kanal ist nicht viel los, aber man sieht, dass ich etwas tue.

Der Kunde hatte Bedarf, hat aber noch gezögert. Ein halbes Jahr später bekam ich den Anruf und die Bitte um einen Termine. Bei diesem Termin erzähle er mir, dass er sich jedes Video angeschaut und deswegen einschätzen konnte wer ich bin. Er möchte mich, meine Art und meine Fotos. So kam der Auftrag zustanden.

Man muss kein Influenzer sein

Aber auch bei Instagram läuft es genau so. Niemand wird dich buchen, wenn dich keiner kennt. Instagram Stories sind eine ebenso gute Möglichkeit Kontakte an sich zu binden und gleichzeitig im Gedächtnis zu bleiben.

Warum? Weil Instagram und Facebook stories organisch von Facebook (Instagram und Facebook gehören zusammen) bevorzugt werden. Ebenso wie native Videos, die direkt auf diesem Plattformen hochgeladen werden.

Das bedeutet also, dass wenn Du ein gutes Portfolio hast, einfach regelmäßig Videos machen solltest, die zeigen was Du machst. Dabei braucht man zwangsläufig nicht einmal zu sprechen. Solange man zeigt, dass man etwas sehr gut kann und regelmäßig macht, ist man direkt näher am Kunden als ein Unternehmen, dass nur seine Fotos auf Facebook postet.

Was Brauche ich zum Vloggen?

Da Du bereits ein Fotograf bist, hast Du wahrscheinlich schon eine Kamera. Viel mehr als ein Kamerastativ und ein paar günstige Dauerlichter von Ebay sowie ein Mikrofon reichen schon aus. Dann kannst Du direkt starten, außer du möchtest eine spezielle Vlog Kamera haben, die kompakt ist und über ein umklappbares Display verfügt.

Vlog Thema finden

Aller Anfänge sind schwer. Das ist mir klar. Doch ein paar kleine Inspirationshilfen kann ich dir geben. Am wichtigsten ist jedoch, dass Du Freude daran empfindest. Vloggen zu lernen kann aufwändig sein. Als Fotograf solltest Du jedoch die Grundlagen automatisch beherrschen.

Beispiele für Videocontent:

  • Tutorials erstellen (damit deine Kunden sehen, dass Du dein Handwerk beherrschst)
  • Behind the scenes (damit deine Kunden sehen, dass deine Arbeit aufwändig ist und worauf sie sich einlassen würden)
  • Täglich Erkenntnisse als Instagram Stories posten
  • Deinen Werdegang erzählen und warum Du tust, was du tust
  • Dein Fotostudio vorstellen
  • Dich mit deinen Kunden zeigen und sich gegenseitig bei Instagram markieren
  • Konzepterstellung zeigen
  • Erfolgsgeschichten deiner Kunden erzählen
  • Deine Kunden eine Videobewertung abgeben lassen

Und das funktioniert wirklich?

Ja, das tut es. Allerdings kannst Du nicht verlangen direkt Erfolge zu sehen. Ich garantiere dir aber, dass Du dran bleibst, wirst Du auch mit ein paar hundert followers und Abonnenten Neukunden gewinnen.

Achte darauf, dass deine Fans treu bleiben und die Aktiv bist. Außerdem rate ich jedem dem Du kennst zu Anfang darum zu bitten die zu folgen und deinen Kanal zu abonnieren.

Fazit

Vloggen kann Spaß machen, Neukunden gewinnen und Kontakt frisch halten. Als Fotograf hat man bereits einen Großteil der Ausrüstung im Repertoire und beherrscht die gestalterische Grundlagen. Wenn man außerdem nicht genug Kunden hat, dann hat man zumindest mehr Zeit und kann sich ins Vloggen reinsteigern. Ich finde, dass es ein bequemer Weg ist um auf sich aufmerksam zu machen. Doch man muss den Mut haben es einfach zu tun und dran zu bleiben. Dann stellt sich der Erfolg langfristig ein. Garantiert.

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